
- Freitag, 26. Juni
Christian Faubel
Wir eröffnen die Zongtage 26 mit mehreren Workshops, in denen kleine Instrumente gebastelt, gelötet und programmiert werden.
Materialkosten 50 bis 60 Euro. Dauer circa 4 Stunden. Anmeldung via info@zongtage.net.
Elektronische Oszillatoren für organische Patterns und Polyrhythmen
Dies ist ein fortgeschrittener Löt-Workshop zur Herstellung von Motorsteuerungen, die Motoren dazu bringen, rhythmisch miteinander zu klopfen. Die Teilnehmerinnen bauen ihre eigene Platine, um zwei Motoren anzusteuern, die dann in Polyrhythmen klopfen. Die elektronischen Schaltungen in diesem Workshop basieren auf minimalistischen und kostengünstigen, von der Natur inspirierten Robotern. Oszillatoren werden verwendet, um Motoren anzusteuern, die Töne erzeugen, sie können aber auch an Synthesizer angeschlossen werden. Jede Leiterplatte ist so konzipiert, dass sie mit den Platinen der anderen Teilnehmerinnen verkabelt werden kann, um gemeinsam die Magie des entstehenden Polyrhythmus zu erkunden, indem die einzelnen Schaltungen zu einem riesigen Netzwerk verbunden werden. Ein Riesenspaß und ein tiefer Einblick in analoge Schaltungen und ihre emergenten Eigenschaften.
Christian Faubel ist ein interdisziplinärer Künstler und Wissenschaftler, der an der Schnittstelle von Medienkunst, Gestaltung, elektroakustischer Musik, Robotik und Neurowissenschaften forscht und arbeitet. Er hat von 2002 bis 2012 am Institut für Neuroinformatik Bochum zu autonomen Systemen geforscht und 2009 in Elektrotechnik promoviert. Von 2012 bis 2018 war er Dozent im Bereich Experimentelle Informatik an der Kunsthochschule für Medien Köln. Mit seinen Installationen, Workshops und Performances macht er theoretische Konzepte wie Selbstorganisation, Emergenz und Embodiment ästhetisch erfahrbar und sieht seine Arbeiten in der Tradition philosophischer Spielzeuge.
Workshops sind ein integraler Bestandteil seiner künstlerischen Praxis; die Vermittlung komplexer Themen ist seine Leidenschaft. Zentrale Aspekte der Workshops sind das Prinzip der Selbstermächtigung, aktives Lernen durch Machen sowie die Vermittlung eines lustvollen und entspannten Zugangs zu Technik und Kunst. Grundprinzip der Workshops ist es, dass sie eine ästhetische Erfahrung vermitteln und technisches Know-how mit gestalterischem Handeln verbinden. Es geht in den Workshops nicht darum, abrufbares Wissen zu vermitteln, sondern implizites Wissen im Umgang mit technischem Material anzulegen. Die Workshops sind auf das Gelingen hin angelegt und münden für jede(n) Teilnehmer*in in einem Erfolgserlebnis.